Ein Gespräch mit Ira Roschlau und Klaas Kramer, wie es zum Projekt kam
Unternehmensnachfolge – aktueller denn je, aber an sich ein altes Thema.
Gibt es da noch neue Ansätze? Auf jeden Fall, sagen wir mit unserem Modellprojekt “Zukunft hat Herkunft”, und der Meinung ist auch die Wirtschaftsförderung Brandenburg, die unser Projekt mit Mitteln des Landes und der EU fördert.
Ira Roschlau und Klaas Kramer haben den erfolgreichen Antrag ausgearbeitet. Hier geben die beiden einen Einblick, wie es dazu kam.
Ira hat vor fast 20 Jahren selbst in der Region Berlin/ Brandenburg gegründet und ist als Organisationsentwicklerin und Change Coach deutschlandweit bei familiengeführten KMU im Einsatz. Seit fast 10 Jahren ist sie im Regionalausschuss der IHK Ostbrandenburg aktiv und seit 2022 engagiert sie sich ehrenamtlich als Mitgründerin bei DenkRaumOst – sie ist der Region eng verbunden und gut vernetzt.
“Der demografische Wandel führt dazu, dass kleine Unternehmen im ländlichen Raum, die knapp, aber doch stabil laufen, keine Nachfolger finden. Die klassische Antwort im Übernahme-Markt ist immer: Finde einen Käufer, der bereit ist, den Wert des Unternehmens zu zahlen – aber, das greift zu kurz“, sagt Ira.
Für sie war irgendwann klar: Es braucht einen anderen Ansatz, der nicht bei den Kaufinteressenten ansetzt, sondern beim Unternehmen selbst – in Zeiten der digitalen Hyperdynamik und disruptiven Veränderungen der Märkte muss die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen hergestellt werden. Das ist ein Transformationsprozess par excellence für alle Beteiligten.
Klaas hat ebenfalls langjährige Erfahrung in der Begleitung von Unternehmen, kennt noch dazu die Herausforderungen einer innerfamiliären Unternehmensnachfolge aus eigenem Erleben. Er nickt zu Iras Einschätzung.
“Wir wollten etwas bauen, das tiefer ansetzt.“
Deshalb startet Übergabe in unserem Konzept schon früher und wird breiter gedacht: Stärkung der Übergabereife einerseits, z.B. durch Digitalisierung von Geschäftsabläufen oder eine bewusste Personalentwicklung.
Und eine gedankliche Öffnung der Gesellschaftsformen für die Zukunft. Vielleicht passt eine Genossenschaft, oder eine Kooperation mehrerer Unternehmen, die sich Infrastruktur und Verwaltung teilen? Die Form soll sich danach richten, was zum Unternehmen passt – nicht umgekehrt.
„Am Ende geht’s nicht darum, dass jemand übernimmt, wie es war“, sagt Ira. „Sondern darum, dass die Übergabe ein wichtiger Meilenstein in der Weiterentwicklung des Unternehmens ist.“
Genau das ist das steckt auch im Namen des Modellprojektes: Zukunft hat Herkunft.

